Botulinum zur Faltenbehandlung, bei übermäßigem Schwitzen u. Migräne
Mit Botulinumneurotoxin steht Ihnen als Patientin oder Patient ein vielseitiges Medikament zur Rückbildung von Gesichtsfalten, zur Beruhigung übermäßiger Schweißbildung, zur Besserung von Kopfschmerzen, Muskelverkrampfungen und anderen Problemen zur Verfügung.
Botulinumneurotoxin wird unter den Namen Botox®, Dysport®, Bocouture® bzw. Xeomin® für die Behandlung von krankhaften Verkrampfungen von Muskeln, gegen Falten und zur Anti-Schweiss-Therapie hergestellt. Sämtliche gelistete Medikamente sind auch in Österreich zugelassen.
 
Was ist Botulinumneurotoxin?
 
Botulinumneurotoxin ist der Name eines natürlichen Eiweißstoffes, der von Bakterien (Clostridium botulinum) hergestellt wird. Botulinumneurotoxin blockiert bestimmte Nervenimpulse.
Mit der Beruhigung übermäßiger Schweißbildung (Hyperhidrose) und der Rückbildung dynamischer Gesichtsfalten haben sich äußerst wirksame Anwendungsgebiete für dieses Arzneimittel aufgetan.
Wird Botulinumneurotoxin in die Haut gespritzt, so gelangt es zu den Schweißdrüsen und blockiert gezielt die dorthin geleiteten Nervenimpulse: die Schweißdrüsen werden so "ruhiggestellt".
Wird es durch die Haut in einen Muskel gespritzt, so ist dieser Muskel vorübergehend ganz oder teilweise entspannt. Andere Nervenfunktionen - wie z.B. Berührungs-, Tastsinn und Temperaturempfinden werden dadurch nicht beeinflusst.
 
FALTENBEHANDLUNG

Welche Falten können behandelt werden?
Die sogenannten "dynamischen Gesichtsfalten".
Das sind Falten, die durch die Aktivität der Gesichtsmuskeln entstehen. Diese Falten graben sich ein, so dass sie auch in Entspannung nicht mehr verschwinden.
Diese Falten lassen sich heute durch Botulinumneurotoxin wirksam zurückbilden.
Botulinum ist sehr geeignet für die Falten zwischen den Augen - Glabella-Falten - für die Krähenfüße, also die Falten rund um die Augen. Es kann auch für die Stirnfalten eingesetzt werden, wenn es die anatomische Situation - Augenbrauen sind hoch genug - erlaubt.
Ferner kann Botulinum auch für das sogenannte Augenbrauenlift sowie für das Mundwinkellift eingesetzt werden.
Es kann situationsabhängig in ein frühes Anti-Aging Konzept sehr erfolgreich integriert werden. Informieren Sie sich unverbindlich in unserer Sprechstunde. Durch den Einsatz von Botulinum wirkt das Gesicht entspannt, frisch und erholt.
Sonnen- und Altersfalten lassen sich dagegen besser durch Peeling, Unterspritzung und verschiendene Laseranwendungen verbessern.
 
Wie läuft die Behandlung ab?
Die Haut wird desinfiziert. Dann wird gezielt an mehreren Punkten des jeweiligen Gesichtsmuskels eine kleine, genau berechnete Menge eingespritzt.
Die Stellen werden gekühlt, um eine mögliche Hautschwellung möglichst zu dämpfen.
Der volle Behandlungseffekt tritt schon nach 4 - 7 Tagen ein. Die Wirkungsdauer beträgt zwischen 4 und mehr Monaten. Bei Wiederholung der Behandlung "verlernen" die Muskeln die Faltenbildung, sodass die Gesichtsfalten zunehmend länger zurückgebildet bleiben.
Die Erfahrung des Arztes spielt bei der Anwendung und die größte und wichtigste Rolle. Bei der von uns angewandten Technik werden Injektionen ganz gezielt eingesetzt, so dass die Mimik auf jeden Fall erhalten bleibt.

BEHANDLUNG BEI KRANKHAFTEM SCHWITZEN
 
Welche Formen der Schweißbildung lassen sich behandeln?
Viele Menschen leiden darunter, dass sie ungewöhnlich stark schwitzen.
Ihre Schweißdrüsen reagieren auf Stress, aber auch spontan ohne äußerlichen Anlass mit sehr starkem Schwitzen. Manche schwitzen selbst bei Kälte. Dieses Schwitzen ist nicht mit "normalem" Schwitzen bei körperlicher Anstrengung vergleichbar und belastet die Betroffenen enorm.
Die Schweißdrüsen der Haut sind mit dem unwillkürlichen (autonomen) Nervensystem verbunden.
Schwitzen ist deshalb genauso wenig bewusst steuerbar wie der Herzschlag oder die Verdauung.
Meist schwitzt man am meisten dort, wo die meisten Schweißdrüsen sitzen: Achselhöhlen, Hände, Füße. Bei milden Formen des Schwitzens helfen oft einfache Maßnahmen: Anpassung der Kleidung, Meiden von Kaffee und Alkohol, Entspannungsübungen, Puder oder Bäder.
Auch Salbeitee und einige Medikamente können angewendet werden.
Oft hilft das Auftragen einer Aluminium-Chlorid-Lösung, welche die Schweißdrüsen verstopft.
Schwerste Formen des Schwitzens die mehrere Stellen am Körper betreffen werden operativ durch die Zerstörung bestimmter Nervenknoten an der Wirbelsäule (Sympathektomie) behandelt.
Die "lokalisierten" Formen der Hyperhidrose (Übermäßiges Schwitzen an Händen, Füssen, Achselhöhlen) lassen sich mit ausgezeichnetem Erfolg mit Botulinumneurotoxin behandeln und ersetzen meistens die Operation.

Wie läuft die Behandlung des Schwitzens genau ab?
Da die Einstiche in die Haut an Händen oder Füßen relativ schmerzhaft sind, wird eine örtliche Betäubung durchgeführt. Bei der Behandlung von Achselhöhlen ist dies fast nie notwendig oder es wird nur eine betäubende Creme vorher aufgetragen.
Nach Desinfektion der Haut wird in die Haut an mehrere Punkte eine kleine, genau berechnete Menge des Botulinumneurotoxin eingespritzt. Der volle Behandlungseffekt beginnt ab dem 3 bis 4.Tag und steigert sich danach noch weiter. Die Wirkungsdauer beträgt zwischen 4 und 12 Monaten. Bei Wiederholung der Behandlung hält die Wirkung oft noch länger an.

Nebenwirkungen und Kontraindikationen
Die spezifischen Nebenwirkungen sind extrem selten und von vorübergehender Natur. Botulinumneurotoxin ist ein äußerst sicheres Medikament. Nebenwirkungen und Therapieversager sind in der Hand des erfahrenen Anwenders sehr selten, und praktisch immer harmlos.
Nicht angewendet wird Botulinumneurotoxin in der Schwangerschaft, beim Stillen und bei bestimmten neuromuskulären Erkrankungen.
 
 
Das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen empfiehlt, dass Botulinumneurotoxinpräparate nur von Ärzten mit entsprechender Erfahrung in der Behandlung und dem Umgang mit der zur Anwendung erforderlichen Ausstattung angewendet werden dürfen.