ES IST KEIN AUSDRUCK VON ÜBERGEWICHT UND KANN DAHER AUCH NICHT MIT SPORT UND DIÄT ALLEINE BEHANDELT WERDEN.

LIPÖDEM

 

Diese Diagnose hat erst in den letzten Jahren Eingang in die internationale Diagnosecodierung gefunden und seither auch eine entsprechende Medienpräsenz erhalten.

Es handelt sich um eine anlagebedingte Fettverteilungs-und vermehrungsstörung des Unterhautfettgewebes, bei der es im weiteren Verlauf zu Flüssigkeitseinlagerungen kommen kann.

 

Es sind fast nur Frauen betroffen, umgangssprachlich wird auch vom Reiterhosensyndrom oder Säulenbein gesprochen.

Die Fettverteilungstörung ist immer symmetrisch mit Aussparung von Händen und Füßen und manifestiert sich bei Frauen vorzugsweise am Ende der Pubertät. Die Fetteinlagerung ist verbunden mit einer erhöhten Berührungs- und Druckschmerzhaftigkeit sowie Spannungs- und Schweregefühl an den Unterschenkeln. Die betroffenen Patientinnen neigen weiters zu Spontanhämatomen und ein Großteil hat bzw. leidet aufgrund der Bindegwebsschwäche auch an Krampfadern.

FAKTEN

Beginn meist in der Pubertät oder nach einer Schwangerschaft

Unproportioniert dicke Beine bei häufig schlankem Rumpf

Neigung zu 'blauen Flecken'

Berührungs- und Druckschmerzhaftigkeit

Ursache unbekannt, genetische und hormonelle Faktoren werden diskutiert

Zur Diagnose des Lipödems sind neben der klinischen Beurteilung die Analyse der Körperzusammensetzung (Bioimpedanzanalyse), die sonographische Untersuchung des Unterhautfettgewebes und die Plethysmographie erforderlich. Diese Untersuchungen werden alle in unserer Praxis durchgeführt. In bestimmten Einzelfällen, wenn ein Lymphödem besteht, wird auch eine Funktionslymphszintigraphie veranlasst.

LOKALISATION

Gesäß und Oberschenkelbereich, an den Armen in bis zu 20% der Fälle

BISHERIGE BEHANDLUNG

Entstauungsbehandlungen mit manueller und apparativer Lymphdrainage und Kompressionsbestrumpfung. Die Therapie ist lebenslang erforderlich und wirkt schmerzlindernd.

MODERNE BEHANDLUNG

Durch die Liposuktion ist in vielen Fällen eine weitgehend kausale Behandlung möglich geworden. Durch die Beseitigung des disproportionierten Fettvolumens wird nicht nur das Erscheinungsbild verbessert, es können auch die körperlichen und psychischen Beschwerden gänzlich oder überwiegend beseitigt werden. Es sind je nach Befund meist zwei bis drei Operationen erforderlich. Ideal geeignet sind herz- und kreislaufgesunde Patientinnen mit gut erhaltender Hautelastizität. Die Liposuktion in Tumeszenzanästhesie bietet die Möglichkeit die Fettschicht dreidimensional gezielt modellierend zu verschlanken. Es werden sowohl die tiefen wie auch die oberflächlichen Fettdepots bearbeitet. Dadurch wird erst die gleichmäßige Haut- und Bindegewebestraffung in den Wochen und Monaten nach der Operation ermöglicht. Die Beschwerden verschwinden dann in der Folge häufig komplett.